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Kescha zog als junges Kätzchen mit ca. 10 Wochen bei Uwe, seiner damaligen Freundin und deren Katze Pusspuss im Juli 1990 ein. Uwe hatte sie von einem Arbeitskollegen bekommen, dessen Katze gerade Junge hatte. Sie war eine ganz normale Hauskatze, Europäisch Kurzhaar.

Ca. 1 Jahr nach Kescha`s Einzug wurde sie ein so genanntes "Scheidungsopfer". Als Uwe und seine Freundin sich trennten, nahm sie ihre Katze Pusspuss mit und Kescha musste erstmal alleine als Wohungskatze leben. Zum Glück aber nicht sehr lange, weil Uwe und ich uns kennen lernten und auch kurze Zeit später zusammen zogen. Da ich meinen Kater Micky mitbrachte, hatte Kescha wieder Gesellschaft.
Bei der Zusammenführung der beiden Katzen gab es keine Probleme. Micky und Kescha verstanden sich sofort und lebten in Frieden miteinander.
Kescha und Micky
Für Micky war die Umstellung etwas größer, weil er vorher ein Freigänger war und jetzt nur in der Wohnung ohne Balkon leben musste. Aber für ein halbes Jahr kam er damit klar, denn danach zogen wir aufs Land.
Kescha freute sich sehr über ihre neue Freiheit und genoß besonders die Sonne.

Sie ernfernte sich nie weit vom Haus und deshalb wurde unsere Dorfstraße auch nicht zur Gefahr für sie. Micky war ebenfalls total davon begeistert, dass er wieder ein Freigänger sein durfte.
Kurz nach unserem Umzug hatte Kescha großes Pech, denn sie wurde von einem Jagdhund gebissen. Er biss ihr so stark in den Rücken, dass einige ihrer Lungenbläßchen platzten. Der Tierarzt hatte Bedenken, dass sie das überlebt, aber Kescha hatte es nach 3 Tagen Klinikaufenthalt geschafft und es ging mit ihr wieder Berg auf. Einige Wochen später war sie wieder ganz fit, obwohl sie am hinteren Rücken immer empfindlich blieb.
So lebten die beiden 4 Jahre glücklich bei uns, bis Micky in der Nacht vom 17.07.1997 auf unserer Dorfstraße von meinem damaligen Arbeitskollegen überfahren wurde. Kescha vermisste Micky so gut wie gar nicht. Außer abends, da wartete sie immer vor der Haustür und hielt nach ihm Ausschau, denn sie wusste genau, wenn er nach Hause kommt gibt es Futter. Wenn ich das sah, wurde ich jeden Tag immer wieder auf`s Neue sehr traurig. Nachdem ich mich von dem Schock und der Trauer einigermaßen erholt hatte, suchte ich wieder nach einem neuen Kater, der mich von Micky`s Reise ins Regenbogenland ablenken sollte.
In einem Tierheim in unserer näheren Umgebung sah ich dann den kleinen Kater Sunny, den ich sofort in mein Herz schloss und mit nahm. Als Sunny am 28.07.1997 bei uns einzog, war Kescha die erste Zeit gar nicht davon begeistert. Sie war von Sunny total genervt, weil der immer mit ihr spielen wollte. Deshalb verteilte sie oft Ohrfeigen. Erst als Sunny erwachsen war, konnten die beiden friedlich miteinander auskommen.

Später hatte ich sogar den Eindruck, dass sie sich mochten.

Kescha war eine ganz liebe und ruhige Katze, die sich auch gerne von ihren "Dosis" ausgiebige Streicheleinheiten abholte.


Sie machte zwischen mir und Uwe keinen Unterschied, und hatte uns beide gleich gern. Gegenüber Fremden war sie auch immer freundlich und aufgeschlossen und für jede streichelnde Hand dankbar.
Kescha konnte keiner Fliege was zu Leide tun, selbst Mäuse und Vögel waren vor ihr sicher. Ihre größte Leidenschaft war Wasser. Sie liebte es, wenn man sie im Sommer mit der Gießkanne begoss. Tat man es nicht, lief sie laut miauend so lange hinter einem her, bis man sie begoß. Erst wenn das Wasser von ihrem Rücken lief und sie es ablecken konnte, war sie zufrieden.

Unsere Kescha war eine sehr genügsame Katze, die mit allem zufrieden war und in der Wohnung nie etwas zerstört hat. Hauptsache sie hatte ein gemütliches und ruhiges Plätzchen in der Wohnung, wurde ab und zu gestreichelt und bekam pünktlich ihr Futter.
Unser Sessel war ihr ein und alles, ihr Lieblingsschlafplatz.

Trotzdem wurde der Sessel mit Sunny geteilt.

Kescha liebte es, wenn die Sonne auf ihre betagten Knochen wohlig warm schien. Sie brauchte dafür nicht mal raus zu gehen.

Als Kescha dann mit 16 Jahren langsam zur Oma wurde, begannen auch die Wehwehchen - öfters Milben in den Ohren, fast keine Zähne mehr, manchmal entzündetes Zahnfleisch, struppiges und dünnes Fell, Herzmuskelschwäche und schlechte Nierenwerte. Dank moderner Tiermedizin konnte Kescha mit diesen Krankheiten noch fast 2 Jahre gut leben.

Dann ging es aber leider innerhalb von 2 Wochen schlagartig mit ihr Berg ab. Das Ganze fing damit an, dass sie auf einmal Fieber hatte. Der Tierarzt gab ihr Antibiotikum und fiebersenkendes Mittel, weil sie sich eine bakterielle Infektion zugezogen hatte. Nach zwei Tagen ging es ihr dann schon wieder etwas besser und nach einer Woche war sie meiner Meinung nach wieder richtig fit.
Doch ein paar Tage später, an einem Samstagmorgen, war Kescha ganz komisch. Sie ging wie ein Pferd, dass hart an die Kandarre genommen wird. Die Vorderbeine wurden beim sehr langsamen gehen sehr gestreckt. Das Kinn klebte so an ihrer Brust, dass sie gar nicht nach vorne gucken konnte. Dann fiel sie langsam um, blieb liegen und schlief ein paar Minuten. Dann stand sie auf und war ganz normal. Diese Szene wiederholte sich dauernd. Allerdings wurden die lichten Momente immer kürzer und wenn sie liegen blieb, schlief sie jedes Mal etwas länger.
Mein Bauchgefühl sagte mir, dass ich unbedingt mit ihr zum Tierarzt fahren muss und das es wohl die letzte Fahrt sein wird, obwohl ich es nicht wahr haben wollte. Da ich vor lauter Tränen gar nichts sehen konnte und Kescha ja eigentlich Uwe`s Katze war, kam er bereitwillig mit um sie auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Als ich dem Tierarzt die Vorfälle schilderte, zögerte er keinen Moment und sagte mir, dass er Kescha erlösen würde, wenn es seine Katze wäre. Kescha`s Herz pumpte nicht mehr genug Blut und deshalb hatte ihr Gehirn teilweise keinen Sauerstoff mehr. Da Kescha schon 9 Monate Herztabletten bekam, hätte man die Dosis erhöhen können. Der Arzt meinte aber, dass das nur die Lösung für ein paar Wochen oder Tage wäre, weil Kescha`s Herz immer schwächer wurde.
Uwe und ich waren uns einig, dass wir unsere kleine Katzen-Oma mit ihren fast 18 Jahren gehen lassen mussten. Sie bekam eine Betäubunsspritze und wir blieben bei ihr, bis sie sanft eingeschlafen war, so wie vor einer ganz gewöhnlichen OP. Ich hielt ihre Pfote und redete sanft auf sie ein, bis sie fest schlief. Bis zum ganz bitteren Ende konnte ich aber nicht bei ihr bleiben. Das hielten meine Nerven dann doch nicht aus. Aber von der 2. Spritze hat Kescha ja auch nichts mehr gemerkt. Wir nahmen sie dann mit nach Hause und Uwe begrub sie an der Scheune, wo auch schon viele Regenbogen-Wellensittiche ihre letzte Ruhe gefunden haben. Ich konnte nicht dabei sein, statt dessen habe ich mir im Bett fast die Augen aus dem Kopf geweint, es war so schlimm!!!!
Dieses Bild entstand am 10.04.2008, ein Tag vor Kescha`s Reise ins Regenbogenland.

Kescha, so wie auf diesem Bild werden wir dich für immer in lieber Erinnerung behalten. Du wirst in unseren Herzen weiter leben und wir werden die schöne Zeit mit dir nie vergessen!

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