|
Es ist zwar nun schon fast ein Jahr her, aber nachdem ich meine kleine Fundkatze Miezi Anfang Mai 2011 wieder besucht habe, entschloss ich mich dazu, dass sie auch einen Platz auf unserer Katzen-HP bekommt. Schließlich hatte die kleine bei uns zwei Tage bis zur Vermittlung gewohnt.
Hier nun Miezi`s Geschichte:
Meine Nachbarin fand am 15.08.2010 am Feldrand eine ca. 4 Monate alte schwarz-weiße Hauskatze direkt an der Dorfstraße. Sie wollte nicht, dass sie übergefahren wird und brachte sie mir. Wir hofften, dass der Besitzer sich noch meldet, was ich aber ehrlich gesagt nicht glaubte. Ich vermutete, dass sie am Dorfrand ausgesetzt wurde.
Das ist die süße kleine Maus


Die kleine war sehr menschenbezogen und schmusebedürftig. Miezi, wie ich sie nannte, fühlte sich bei uns gleich Zuhause. Kein Wunder, denn sie hatte Katzengesellschaft und ich schmuste viel mit dem kleinen Schnurrkätzchen.


Man merkte Miezi kaum, denn das kleine Katzenpersönchen fand überall einen Schlafplatz, wie hier auf den kurz abgelegten Terrassenstuhlauflagen in der Küche.

Sie futterte alles was man ihr vorsetzte und war stubenrein. Die kleine schien auch gesund zu sein. Vor anderen Katzen hatte sie keine Angst, denn sie versuchte gleich durch gurren mit Felli Kontakt aufzunehmen. Nosy`s knurren ließ nach ein paar Stunden auch nach und Sunny störte sich nicht weiter an der kleinen Katze. Das war eigentlich die beste Vorraussetzung sie zu behalten. Leider durfte sie bei uns nicht bleiben, weil wir schon drei Kater haben und das für den Hausherrn die oberste Grenze ist. Uwe wollte sie ins Tierheim bringen, wenn ich nicht innerhalb der nächsten 24 Stunden den Besitzer oder ein neues Zuhause gefunden hätte. Er befürchtete nämlich, dass ich mein Herz an Miezi verlor, was schon längst geschehen war, und dass sie ihn mit ihrem lieben Wesen auch noch um die Pfote wickelte.
Miezi war wirklich ein kleiner Schatz. 

Miezi und Felli hatten sich nach einem Tag schon richtig an gefreundet, so dass die beiden miteinander spielten.


Aber auch die sich anbahnende Freundschaft zwischen Miezi und Felli konnten Herrchen nicht erweichen. 
Bei dem Gedanken, dass Miezi ins Tierheim musste, kullerten meine Tränen. Das ging gar nicht!!! Also hatte ich einen Steckbrief mit Bild der kleinen Katze bei unserer Tierärztin und im EDEKA-Markt angebracht. Außerdem klapperte ich das ganze Dorf ab und fragte, ob jemanden eine kleine schwarz-weiße Katze entlaufen ist. Alle schüttelten den Kopf und auf meine Steckbriefe gab es keine Reaktion. Aber meine Tierärztin war der gleichen Ansicht wie ich: Miezi durfte nicht ins Tierheim! Und so telefonierte sie ein wenig herum bei Leuten, die gerade ihre Katze einschläfern lassen mussten und auf der Suche nach einer neuen Katze waren. Nun hatte ich drei Leute zur Auswahl, die Miezi ein Zuhause geben wollten. Mein Wahl war eine ältere Dame aus unserem Dorf, die ich bisher gar nicht kannte, weil sie etwas außerhalb wohnt. Sie kam zu uns, guckte sich Miezi an und hatte sie sofort in ihr Herz geschlossen. Ich brachte Miezi dann in ihr neues Zuhause, um mich davon zu überzeugen, dass sie es dort auch wirklich gut hat. Die Frau hatte einen schönen großen Bungalow mit Garten und angrenzenden Feldern. Leider wollte die Frau keine zweite Katze haben, aber Miezi sollte nach ein paar Wochen Eingewöhnung Freigängerin werden und konnte dann ja Kontakt zu den Nachbarkatzen aufbauen. Miezi hatte es dort wirklich gut und die ältere Dame war auch sehr lieb zu ihr. Damit mein Herz nicht noch schwerer wurde verabschiedete ich mit nach kurzer Zeit und fuhr mit Tränen überschüttet nach Hause. Nun war meine kleine Miezi weg. Der einzige Trost, ich durfte sie immer besuchen, wenn ich wollte.
Eine Woche nach Miezi`s Umzug rief mich die ältere Dame ganz verzweifelt an, dass Miezi nicht mehr frisst und was sie bloß machen sollte und ob die kleine nun sterben müsste. Sie weinte ganz doll am Telefon. Ich bin sofort hingefahren und habe die Dame beruhigt, dass das bestimmt nur eine bakterielle Infektion ist und die kleine Maus nicht frisst, weil sie Fieber hat. Also packte ich die kleine Katze schnell ein und fuhr mit ihr auf Kosten der Frau zu unserer Tierärztin. Die Frau wollte nicht mit, weil sie so weinen musste und ihr das peinlich war. Es war so, wie ich schon vermutet hatte und Miezi bekam eine Antibiotikum-Spritze. Die kleine hatte 40 Fieber. Nach kurzer Zeit ging es ihr schon besser und sie fing gleich wieder an zu futtern als sie Zuhause war. Dann bekam die kleine noch 6 Tage AB-Tabletten und alles war wieder i. O.
Ein paar Wochen später rief ich die ältere Dame an und erkundigte ich mich nach Miezi. Die kleine hatte sich gut eingelebt und die Frau war nach wie vor begeistert von ihrer niedlichen Katze. Das Einzige was ihr nicht so gefiel war, dass Miezi an den Sesseln kratzte. Ich riet ihr zu einem Kratzbaum, und war mir sicher, dass das Kratzen dann aufhören würde. Da die Frau kein Auto und auch kein Internet hatte, bot ich mich an ihr einen Kratzbaum zu kaufen. Sie freute sich über mein Angebot und so hatte ich gleich wieder eine Möglichkeit Miezi wiederzusehen. Als ich den Kratzbaum brachte, fand ich eine glückliche Miezi vor, die gemütlich auf der Couch im Wohnzimmer lag und schnurrte. Der kleinen ging es also gut.
Dann hörte ich monatelang nichts mehr von Miezi und ihrem neuen Frauchen. Ich wollte auch nicht anrufen oder vorbei fahren um Miezi aus meinem Kopf heraus zu bekommen. Es hatte mich doch wirklich sehr mitgenommen, dass ich sie wieder hergeben musste. Mittlerweile fragten mich dann einige Bekannte und Freunde nach der kleinen Fundkatze aus dem letzten Jahr. Als ich dann Anfang Mai diesen Jahres Urlaub hatte, wurde die Sehnsucht nach Miezi so groß, dass ich zum Hörer griff. Die Frau freute sich über meinen Anruf und lud mich auch gleich zum Kaffee ein.
Zwischenzeitlich wurde Miezi kastriert und ist nun Freigängerin. Fremden gegenüber ist sie erst mal skeptisch, aber taut dann sehr schnell auf. Besonders mit einem Leckerli. 

Sie ist immer noch so niedlich wie im letzten Jahr, obwohl sie jetzt doppelt so groß geworden ist, wie sie war, als ich sie das letzte Mal sah.


Die junge Katzendame fühlt sich bei ihrem neuen Frauchen wirklich sehr wohl.

Miezi ist viel an der frischen Luft und es macht ihr großen Spaß draußen herumzutollen.

Aber sie kommt immer sofort an, wenn sie gerufen wird, denn Miezi hält sich meistens in der Nähe des Hauses auf.

Mal sehen, was die nächsten Jahre so mit sich bringen, vielleicht kreuzen sich Miezi`s und meine Lebenswege noch mal.............................
nach oben
|